
"Du glaubst nicht mehr an Rockmusik. Am allerwenigsten glaubst du an Rockmusik. Du glaubst, dass der Segen der Lautstärke locker an dir vorbei segelt. Du glaubst an die Musik, in der junge Männer mit alten Gesichtern und verwuschelten Haaren in Bärte heulen, die sie manchmal sogar haben.
Du musst Mintzkov kennenlernen.
Mintzkov kommen aus Belgien. Früher hieß das Quintett Mintzkov Luna und machten mit dem Album M For Means And L For Love auf sich aufmerksam. Nun heißen sie Mintzkov und das zweite Album heißt 360° und es ist großartig und jetzt darfst du für drei Sekunden dEUS denken, dann ist aber auch gut.
Du musst dir diese Songs anhören. Nimm einmal den Opener „Life After Fire“. Die Gitarre, der Bass, all der Krach und Schmutz und Staub, geht dir das nicht durch alle Knochen und Nerven? Dieser Noiserock, der in die Lautstärke eine Melodie schmuggelt. Der Refrain von Return & Smile jagt dich durch die Wohnung. Selbst, wenn du manchmal denkst, dass ein Song schon alle Karten auf den Tisch gelegt hat, legen Mintzkov noch mal zu. Dann wird es noch mal lauter, noch mal ergreifender, noch mal schneller. Als ob die Band zum zweiten Mal Anlauf nimmt. Hör dir Let's Talk Things Over an und The State We're In und vor allem Hitman. Mintzkov schaffen es, Rockmusik geradeaus zu spielen und gleichzeitig um die Ecke zu denken.
Und im Grunde sind sie bisweilen auch wie deine jungen Männer mit den alten Gesichtern, denn sie können auch Melancholie. Nie warst du näher am Wasser als bei Miles Ahead, nie wolltest du, dass ein Album anders endet als mit dem Hidden Track, der die Türe schließt.
Du glaubst wieder an Rockmusik.
Fazit: Mintzkov schaffen in 360° ein Album, das locker mit seinen großen Vorbildern mithält. Das ist die Lautstärke des Jahres." *justmag.net*